Fehleranalyse und Fehlersuche

 

Das Ergebnis des Tampondrucks fällt bei falscher Wahl des Drucktampons unbefriedigend aus. Bei Ausschaltung anderer Fehlerquellen (Farbe, Verdünner, Härter, Klischee, Rakelmesser, Bedruckstoff etc.) sind, bei geeigneter Form und Volumen des Tampons im Verhältnis zum Druckbild und der Oberfläche des Bedruckstoffes, ausschließlich Härte und Wölbung des Drucktampons in Verbindung mit Verschleiß zu berücksichtigen. Ist das Druckbild verschmiert, verzerrt oder verschwommen, sollte ein härterer Tampon gewählt werden.

Wenn der Druck in der Mitte nicht ausgedruckt ist, hat man die Möglichkeit entweder einen weicheren Drucktampon zu verwenden, oder einen weniger stark gewölbten Tampon gleicher Härte zu wählen, der eine gleichmäßige Verteilung der Presskraft ermöglicht. Sollte der Drucktampon verschmutzt sein, behandelt man ihn mit weichem in Alkohol oder Verdünner getränktem Reinigungspapier, das so lange über die Druckfläche des Tampon gerieben wird, bis der Drucktampon matt und sauber ist. Übermäßiges Trockenreiben beschädigt die Oberfläche und kann zu irreparablen Schäden führen.

Längerer Dauereinsatz kann zu reversblen Verformungen führen, die sich nach rechtzeitiger Auswechselung nach mehreren Stunden zurückbilden. Insgesamt muß man anmerken, daß bei pfleglichem Umgang Tampons aufgrund ihrer Materialeigenschaften als langlebig zu bezeichnen sind. 100.000 Drucke und mehr können in Abhängigkeit von den angegeben Kriterien im Optimalfall erreicht werden.

Kurzer Anriß von häufigen Drucktampon-unabhängigen Fehlern

Raumfeuchtigkeit ausreichend?

Bei Bedarf bitte einen Luftbefeuchter einsetzen.

Sind Raumumgebung, Farbe und Bedruckstoff raumtemperiert?

Alle prozeßbeteiligte Komponenten auf Raumtemperatur anwärmen.

Bedruckstoff bzw. Material ist bedruckbar?

Entsprechende Auskunft beim Farbenhersteller einholen.

Bedruckstoff an der Oberfläche frei von Fett, Handschweiß, Trennmittel, etc.?

Die Oberfläche reinigen.

Ist die Farbe, Verdünner, Härter, etc. überaltet?

Veraltete Komponenten austauschen (Haltbarkeit ist aber für mehrere Jahre bei ordnungsgemäßer Lagerung gewährleistet).

Haben Farbe, Verdünner, Härter, etc. während der Lagerung Luftaustausch gehabt?

Alle Behälter immer gut verschließen.

Farbe homogen verrührt?

Die Farbe ausdauernd, aber nicht zu schnell, durchrühren.

Richtige Komponenten-Farbe verwendet?

Faustregel:
Einkomponentenfarbe = lange Verwendbarkeit,
preiswert, nicht überall haftend.
Zweikomponentenfarbe = täglich austauschen,
teuer, sehr gute Haftung.

Hat die Farbe die richtige Konsistenz, oder ist sie zu dick oder dünn?

Faustregel: Bei offenen Farbsystemen sollte die Farbe in der zurückgefahrenen Stellung so vom Messer laufen, daß der Farbfluß so gerade eben abreißt.

Ist die Farbe zu dick, nimmt der Drucktampon nicht die ganze Farbe aus dem Klischee auf, oder trocknet frühzeitig am Tampon ein. Die Farbe zieht Fäden.

Ist die Farbe zu dünn, wird diese im Klischee oder auf dem Bedruckstoff zerquetscht und die Ränder des Druckbildes werden unsauber und verlaufen wiedergegeben.

Richtigen Verdünner eingesetzt?|

Faustregel:
Farbe auf Drucktampon schon angetrocknet
= Verdünner zu schnell.
Farbe auf Drucktampon zu naß (keine Klebkraft)
= Verdünner zu langsam.

Hat das Klischee die richtige Ätztiefe?

Bei geschlossenen Farbsystemen ca. 19 mm, bei offenen Farbsystemen ca. 23 mm (Kunststoffklischees etwas tiefer). Bei Bedarf neues Klischee anfertigen.

(Kunststoff-) Klischee noch verschleißfrei?

Bei Bedarf neues Klischee anfertigen.

Hat das Klischee eine richtigen Rasterung? (Rasterung verringert aber den Farbauftrag)

Punktraster mit 85-90% Deckung und 80-120 L/cm Rasterpunkte (Kunststoffklischees bis 150 L/cm)

  • Kunststoffklischees immer rastern.
  • Wenn das Rakelmesser zuviel Farbe aus Klischee herausnimmt, den Film rastern.
  • Wenn der Film nicht gerastert ist, das Motiv am besten um 7° leicht gedreht anordnen, so daß Linien nicht parallel zum Messer stehen.

Das richtige und ausreichend scharfe Rakelmesser eingesetzt?

Faustregel: Je stabiler, desto besser (Ausnahme: Kunststoffklischees können leicht zerstört werden).

Genügend Andrucke gemacht?

10 bis 50 Stück Probedrucke auf Papier sind üblich. Bei Bedarf bitte die Andruckphase verlängern.

Fehlersuche

Prinzipiell muß bei einen Fehler als erstes der Drucktampon auf Fehler in der Oberfläche untersucht werden. Bei aufgerauhten, ausgelaugten oder porösen Stellen den Drucktampon auswechseln.

1. Drucktampon nimmt Farbe nicht auf

Drucktampon reinigen (Farbe meistens zu dick oder eingetrocknet)

2. Drucktampon gibt Farbe schlecht ab

Drucktampon reinigen (Farbe meistens zu dick oder eingetrocknet)

3. Farbauftrag zu dünn

Drucktampon reinigen, weicheren wählen (häufig Klischee zu flach geätzt)

4. Lufteinschlüsse

Druckbild verändert ausrichten, härteren Drucktampon verwenden, eventuell auch stärker gewölbten einsetzen

5. Druckbild unscharf oder verschmiert

Härteren Drucktampon (Farbe meistens zu dünn)

6. Druckbild verzerrt

Größeren und härteren Drucktampon

7. Vollflächige Bereiche sind scheckig

Weicheren Drucktampon (meistens Film nicht gerastert oder Farbe zu dünn)

8. Vollflächige Bereiche haben Löcher

Druckbild verändert ausrichten, härteren Drucktampon verwenden, eventuell auch stärker gewölbten einsetzen

9. Mittige Verzerrung oder Fehlstelle

Druckbild verändert ausrichten und nicht so spitzen Drucktampon einsetzen

Statische Aufladungen

Während des Druckens von isolierenden Bedruckstoffen, z.B. fast alle Kunststoffsorten, wird unweigerlich das Problem der statischen Aufladung auftreten. Silikonkautschuk ist ein sehr guter Isolator und die Oberflächenladungen können somit nicht abtransportiert werden. Staub und sonstige Schmutzpartikel lagern sich verstärkt auf der Tamponoberfläche ab und der Drucktampon muß gereinigt werden.

Leitfähigeres Silikonkautschuk konnte bis zum heutigen Stand der Technik noch keine überzeugende Resultate liefern. Dieses Problem ist aber Gegenstand der heutigen Forschung und wird mit Nachdruck vorangetrieben. Vorsorglich kann ein Luftbefeuchter eingesetzt werden oder ionisierte Luft auf die Tampon-Umgebung mittels Ventilator gebracht werden und keinesfalls sollten die Bedruckstoffe unnötig vom Bedienpersonal mit der Hand abgerieben werden.